Mehr regulären Wohnraum schaffen!

Leserinbrief zum Beitrag im Bonner Generalanzeiger "Containerdorf seit einem Jahr in Bau" am 7.11.2017

Wie die Containeranlage im Reuterpark ist auch die in Pützchen neben der Gesamtschule nicht fertig gestellt und auch nicht benötigt.
Im Frühling 2016 wurden mit Blick auf die Unterbringung in Turnhallen von der Verwaltung zahlreiche kurzfristige Pläne erarbeitet, wie Geflüchtete in großer Zahl provisorisch untergebracht werden könnten. Dazu gehörten neben den halbwegs realisierten Containeranlagen auch der Umbau einer Gewerbehalle in Beuel-Ost.

Großen Protest in der Bürgerschaft riefen vor allem die Standorte hervor. Doch es gab auch mahnende Stimmen, die die fehlende Nachhaltigkeit der Investitionen bemängelten (so im Bürgerantrag für eine dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in kleinen Wohneinheiten und die zügige Planung des öffentlich geförderten Wohnraums auf dem Bonner Stadtgebiet).
Statt viel Geld in wenig menschenwürdige Provisorien zu stecken, solle verstärkt regulärer Wohnraum geschaffen werden, der in Bonn bekanntermaßen fehlt.

Im März 2016 forderten 14 Bonner Gruppierungen, die in der Flüchtlingsunterstützung aktiv sind, gemeinsam den OB mit einem Offenen Brief zu einer Wohnungsbauoffensive auf, bei der vor allem preiswerter Wohnraum des sozialen Wohnungsbaus nicht nur für Geflüchtete, sondern für alle Gruppen von Wohnungssuchenden in der Stadt geschaffen werden solle. Weil der Brief ohne Antwort blieb, wurde er im Oktober 2016 noch einmal in Erinnerung gerufen. Ein Jahr später gibt es immer noch keine Antwort! Und viel zu wenig Taten in der geforderten Richtung.

Die Folge: Die Wohnungsnot verstärkt sich weiter, auch weil Gelder in Wegwerf-Modelle wie die Containeranlagen gesteckt wurden.

Susanne Rohde, weltoffen Bonn

LeserInbrief, Generalanzeiger Bonn, 20.11.2017

 

LeserInbrief, Generalanzeiger Bonn, 20.11.2017