Nach Beschlagnahme des Rettungsschiffes IUVENTA - Pressestatement von Jugend RETTET

Jugend RETTET: Verein hofft auf zeitnahe Klärung der Vorwürfe

Berlin, 5. 8. 2017

Am 31.07.17 wurde unsere Besatzung von der Seenotleitstelle in Rom zur Übergabe zweier Geflüchteter nach Lampedusa beordert. Nach der Ankunft im Hafen wurden die Crewmitglieder durch die italienischen Behörden befragt. Hierbei handelte es sich um ein Standardprozedere beim Ausschiffen von Geflüchteten im Hafen von Lampedusa. Im Laufe der Gespräche wurde uns ein Durchsuchungsbeschluss für unser Schiff vorgelegt. Die Iuventa wurde daraufhin durch die italienische Justiz beschlagnahmt. Unsere Crew musste von Bord gehen und befindet sich aktuell noch auf Lampedusa. Das Schiff wurde nach behördlichen Untersuchungen nach Sizilien transferiert, ohne Vereinsvertreter*innen von JUGEND RETTET an Bord.

In dem Durchsuchungsbeschluss wird uns unterstellt, dass wir auf See mit libyschen Schleppern zusammenarbeiten. Anschuldigungen dieser Art gegen die in der SAR-Zone operierenden NGOs sind nicht neu und haben sich auch in der Vergangenheit immer wieder als haltlos erwiesen. So zeigte bereits die  Beschlagnahmung der Cap Anamur im Jahr 2004, dass die Rettung schiffbrüchiger Geflüchteter immer wieder zu öffentlichen Anschuldigungen führt. Diese erwiesen sich in den folgenden Verfahren als unbegründet. Nichtsdestotrotz konstruierten ebendiese haltlosen Vorwürfe ein Bild in der Öffentlichkeit, das zu einer breiten Diskreditierung von privaten Seenotrettenden führte.

Die aktuell in den Medien kursierenden Bilder sollen Beweise für rechtswidriges Verhalten von JUGEND RETTET darstellen. Einen Zusammenhang zu kriminellen Handlungen oder die Zusammenarbeit zwischen sog. Schleppern und JUGEND RETTET können wir nicht bestätigen.

Der Verein lehnt die kriminelle Arbeit von Menschenschmugglern, als auch Schleppern klar ab. Eine Zusammenarbeit ist von Vereinsseite weder gewünscht, noch möglich.

Wir waren und sind zur Kooperation mit den italienischen Behörden bereit, um die Vorwürfe aufzuklären. Uns liegen nach wie vor keine konkreten Anklagepunkte von italienischen Behörden vor. Vorwürfe krimineller Aktivitäten unserer Organisation, die teilweise in der Öffentlichkeit konstruiert werden, entziehen sich jeder Faktenlage.

Die Beschlagnahmung unseres Schiffes hält uns davon ab, im Einsatzgebiet zu sein und dort Leben zu retten. Unsere oberste Priorität war und ist die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr. Gerade deswegen setzen wir auf eine baldige Klärung der Situation und hoffen auf zeitnahe, klärende Gespräche mit den italienischen Behörden.