Container im Reuterpark vor dem Bezug

26.02.2018. Nach langer Wartezeit werden jetzt weitere Containeranlagen zur Unterbringung von Geflüchteten fertig gestellt und genutzt. Am 1. März können Interessierte die temporäre Einrichtung im Reuterpark in Kessenich besichtigen, wenige Tage später wird sie bezogen. Auch die Containeranlage am Rheinweg in Kessenich steht kurz vor dem Belegung. Dort werden vor allem diejenigen einziehen, die aus dem Paulusheim und der Poliklinik ausziehen müssen, denn diese standen der Stadt nur vorübergehend zur Verfügung. Allerdings müssen auch die Containeranlagen nach relativ kurzer Zeit wieder verlassen und zurückgebaut werden, denn ihre Genehmigung beläuft sich nur auf 3 Jahre, und dies ab Baubeginn. Ein Großteil dieser Zeit ist bereits verstrichen.

Das ist auch der Hauptpunkt der Kritik an den Containeranlagen. Die für Erschließung, Fundament, Beschaffung und Einbau nötigen Gelder sind zwar beträchtlich, aber keine nachhaltige Investition in die Zukunft. Wir von weltoffen hätten diese Gelder lieber bei der Schaffung regulären und preiswerten Wohnraums gesehen. Doch dessen drastischer Mangel wird nur völlig unzureichend angegangen.

Neben der fehlenden Nachhaltigkeit sind die Containerbauten in gleicher Weise wie alle anderen großen Gemeinschaftsunterkünfte in der Kritik. Durch das enge Miteinander von ein paar Hundert Menschen, die dazu oftmals ohne Beschäftigung sind, entstehen zahlreiche Streitigkeiten, die sich aus der gemeinsamen Benutzung von Sanitärräumen und Küchen, mangelnder Sauberkeit und Lärmbelästigung ergeben. Häufig eskalieren solche Konflikte in den Abend- und Nachtstunden. Dann sind aber keine Sozialarbeiter- oder -betreuer*innen präsent, einzig die Security-Leute, die zur Schlichtung solcher Situationen nicht ausgebildet sind.

Donnerstag, den 01.03.2018, 18.00 Uhr: Tag der offenen Tür in der Reuterstraße 102 . Den Bürgerbrief mit der Einladung finden Sie hier http://www.weltoffen-bonn.de/termine/termin/2018-03-01-170000-tag-der-offenen-tuer-der-reuterstrasse-102

S.R.