Hunderte, Tausende Tote im Mittelmeer klagen an

Während ich mit dem neuen Newsletter für weltoffen beschäftigt war, kam die Nachricht: Wieder sind Hunderte von Menschen im Mittelmeer ertrunken, bei dem Versuch, von Afrika nach Europa zu gelangen. Wer glaubte, die Zäune auf der Westbalkanroute versperrten den Hoffnungsuchenden den Weg, sieht sich im Irrtum. Aber die Tragödie trifft ja nicht uns, die wir „im besseren Teil“ der Erde leben, mag manch eine/r denken. Ob der verhängnisvolle Reiseweg damit zu tun hat, dass Ostafrika (mit Somalia, Erithrea, Äthiopien, sogar dem Sudan) jetzt auch als „sichere Herkunft“ erklärt werden soll? Die Menschen jedenfalls, die überwiegend von dort stammten, hatten sich auf den Weg in eine Zukunft gemacht und statt des besseren Lebens doch nur den Tod gefunden. Migration wegen Krieg, Zerstörung,  Armut, Perspektivlosigkeit wird immer wieder zur Migration in den Tod.

Keine Zäune, keine Todesrisiken halten die Menschen auf. Dieser Realität muss Europa sich endlich stellen. Es wird wieder und immer wieder zu solchen Tragödien wie heute kommen, wenn alle Planung und Kreativität einzig in Abwehr der Zuwandernden investiert wird.

Es ist an uns, der westlichen Welt - Europa, USA, der Länder, die Sicherheit verheißen - gefahrlose Wege zu schaffen! Wer das verweigert, ist schuldig am Tod derer, die sich auf den Weg in ein Leben von Sicherheit und Perspektive gemacht haben. 20.000, 25.000 oder noch mehr Tote im Mittelmeer klagen Europa an !

Bei einem Gedenk- und Trauergottesdienst in Bonn im März 2014 wurde der vielen hundert Toten vor Lampedusa im Oktober 2013 gedacht. Soll das immer so weitergehen, bis endlich verstanden ist, dass die Migration sich nicht aufhalten lässt?!

Susanne Rohde, 18. 4. 2016

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