Mittelmeergerettete in Bonn aufnehmen? Ja!

Unter dem Eindruck der Bilder des im Mittelmeer umherirrenden Rettungsschiffes „Lifeline“ bot Bonns OB Sridharan am 2. 7. 2018 an, einige der Geflüchteten in Bonn aufzunehmen. Es sei ein Privileg, helfen zu können.

Die Stadt Bonn ist bereit, einige der 200 Flüchtlinge vom Rettungsschiff "Lifeline" aufzunehmen, das derzeit vor Malta liegt. "Wir betrachten dies als humanitäre Geste und können so einen Beitrag zur Lösung der Verteilproblematik leisten", sagte Oberbürgermeister Ashok Sridharan laut Mitteilung der Verwaltung. Helfen zu können, so der OB,  "ist ein Privileg". http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Bonn-will-Fl%C3%BCchtlinge-der-Lifeline-aufnehmen-article3894117.html

Damit entsprach der OB auch einer Aufforderung der beiden in Bonn ansässigen NGOs Germanwatch und Südwind, die ihn und die Ratsfraktionen am selben Tag aufgefordert hatten, sich „konkret solidarisch“ zu zeigen und mit der erklärten Bereitschaft ein „deutliches Signal an die Bundesregierung“ für eine an den Menschenrechten und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung orientierte Politik zu senden. https://germanwatch.org/de/15619  

Ein wirklich begrüßenswertes Signal, das drei Wochen später im Schulterschluss der OBs von Düsseldorf, Köln und Bonn aufgenommen und in einem Offenen Schreiben an die Kanzlerin bekräftigt wurde: „Unsere Städte können und wollen in Not geratene Flüchtlinge aufnehmen - genauso wie andere Städte und Kommunen in Deutschland es bereits angeboten haben.“   http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Bonn-will-in-Not-geratene-Fl%C3%BCchtlinge-aufnehmen-article3908955.html

Ob wegen empfangener Hassmails oder der Reaktion in Berlin – das humanitäre Angebot wurde schnell von der Stadtverwaltung relativiert. Wie Stadtsprecherin Monika Hörig erklärte, gehe es den drei Politikern darum, „ein Signal zu setzen“ und nicht um Zahlen. Also kein konkretes Angebot... http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/stadt-bonn/Stadt-Bonn-will-Fl%C...

Ich meine, wir sollten in dieser Frage gemeinsam dem OB den Rücken stärken und deutlich machen, dass das Angebot von uns Bürger*innen unterstützt wird und konkret umgesetzt werden sollte. Denn die Lage im Mittelmeer ist unverändert brisant. An Bord der „Aquarius“, so die heutigen Nachrichten, warten erneut Hunderte Geretteter auf die Landeerlaubnis in einem europäischen Hafen, und Spanien macht deutlich, dass das Land nicht jede Situation lösen kann und will. Den symbolischen Gesten sollten konkrete Taten folgen!

Susanne Rohde, 14. 8. 2018