NATO-Beschluss zum Militäreinsatz gegen Flüchtlingsboote– gestoppter Familiennachzug - Jugend rettet

Das Sterben an den Grenzen Europas, das Ertrinken vor Europas Küsten geht weiter, wird weitergehen. Daran ändern die Absprachen mit der Türkei vermutlich ebenso wenig wie der umstrittene NATO-Beschluss zum Militäreinsatz gegen „Schlepper“-Boote, wie die Flüchtlingsboote flugs umgetauft wurden. Denn seit Jahrzehnten mittlerweile ist zu beobachten, dass die Schlepper schnell andere Wege finden, um die Verzweifelten, die Zukunft suchenden Männer, Frauen, Kinder nach Europa zu bringen. In die Hände dieser Verbrecher werden sie sich weiter begeben, solange sichere Zugänge versperrt bleiben. Statt die Türen zu öffnen, wird das kleine Schlupfloch des Familiennachzugs auch noch verschlossen.

Am 11. Februar 2016, dem Jahrestag eines von mehreren großen Schiffsunglücken vor Lampedusa, gedachten junge Menschen auf Einladung von JugendRettet eV aus Bonn der vermutlich 3500 Toten des Jahres 2015. Vor der (natürlich verschlossenen) Tür der EU-Kommission mit Sitz am Bertha-von-Suttner-Platz legten sie einen Kranz und Grablichter nieder. In eindringlicher Ansprache und mit selbstverfassten Gedichten wollten sie ein Zeichen setzen, ein Zeichen für ein solidarisches und menschliches Europa.

Doch damit nicht genug: Ein Schiff soll ab Mai zwischen Libyen und Lampedusa Menschen in Seenot retten. Mehr als die Hälfte des für den Schiffskauf und Umbau benötigten Geldes ist bereits gesammelt. Verbindungen zur italienischen Seenotrettung wurden hergestellt.

So bitter es ist: Die Retter werden vermutlich viel zu tun haben.

Infos zu JUGEND RETTET – Private Seenotrettung organisiert von jungen Erwachsenen finden sich wie die Kontonummer für willkommene Spenden auf der Website www.jugendrettet.org/spenden.

13-02-2016. Susanne Rohde