1. Halbjahr 2026: Mehr freiwillige Ausreise von Ausreisepflichtigen

17.08.2026 Weitgehend gleichlautend nehmen Medien heute einen Bericht der Funke-Mediengruppe vom Wochenende unter Berufung auf das BAMF auf.

Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres seien 9.276 Menschen im Rahmen von Rückkehrprogrammen des Bundes in ihre Heimat zurückgekehrt...

Im ersten Halbjahr 2025 seien es zum Vergleich knapp 7.300 Menschen gewesen, die freiwillig über das humanitäre Rückkehrförderprogramm ausgereist waren.(Tagesschau)

... waren laut Ausländerzentralregister Ende Juni 2026 insgesamt 258.845 Menschen in Deutschland ausreisepflichtig. (Spiegel)

Allerdings ist umstritten, wie freiwillig solche Ausreisen tatsächlich sind. Kritiker des Programms setzen das Wort »freiwillig« deshalb mitunter in Anführungszeichen. Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrats, sagte gegenüber dem Hessischen Rundfunk, Menschen würden aus Deutschland regelrecht »rausgeekelt«. Betroffenen werde »die Pistole auf die Brust gesetzt«: Entweder drohe eine Abschiebung oder sie sollten schnell freiwillig ausreisen. (nd)

 

Deutlich mehr Migranten und abgelehnte Asylbewerber verlassen offenbar freiwillig Deutschland. In den ersten sechs Monaten 2026 reisten fast 9.300 Menschen im Rahmen von Rückkehrprogrammen zurück in ihre Heimat.

Die Zahl der freiwilligen Ausreisen von Migranten und abgelehnten Asylsuchenden ist einem Medienbericht zufolge gestiegen. Im ersten Halbjahr des laufenden Jahres seien 9.276 Menschen im Rahmen von Rückkehrprogrammen des Bundes in ihre Heimat zurückgekehrt, berichteten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Im ersten Halbjahr 2025 seien es zum Vergleich knapp 7.300 Menschen gewesen, die freiwillig über das humanitäre Rückkehrförderprogramm ausgereist waren. Schon 2025 war die geförderte freiwillige Rückkehr von ausreisepflichtigen Ausländern dem Bericht zufolge deutlich angestiegen. Im gesamten Jahr 2025 hätten die Bundesbehörden etwa 16.600 Menschen bei der geförderten Rückkehr in ihr Herkunftsland oder einen aufnahmebereiten Drittstaat unterstützt. 2024 waren es den Angaben zufolge noch 10.358 Menschen.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres reisten 9276 Menschen im Rahmen von Rückkehrprogrammen des Bundes zurück in ihre Heimatländer – ein deutlicher Anstieg.

... 258.845 Menschen sind ausreisepflichtig.

Schon 2025 war die geförderte freiwillige Rückkehr von ausreisepflichtigen Ausländern dem Bericht zufolge deutlich angestiegen. Im gesamten Jahr 2025 hätten die Bundesbehörden 16.578 Menschen bei der geförderten Rückkehr in ihr Herkunftsland oder einen aufnahmebereiten Drittstaat unterstützt. 2024 waren es den Angaben zufolge noch 10.358 Menschen.

Wie die Funke-Zeitungen weiter berichteten, waren laut Ausländerzentralregister Ende Juni 2026 insgesamt 258.845 Menschen in Deutschland ausreisepflichtig. Davon waren demnach 199.271 geduldet. Insgesamt hätten die Behörden in Bund und Ländern laut Bundesinnenministerium zwischen Januar und Ende Juni 18.939 Menschen aus Deutschland abgeschoben, einen Teil mit Zwang durch die Polizei, einen anderen Teil mit Anreizen und Förderung durch den Bund.

 

Die staatlich geförderte Rückkehr soll freiwillig sein. Aber Flüchtlingsorganisationen kritisieren den Druck, unter dem Betroffene ausreisen müssen.

... Mit dem Rückkehrprogramm fördert das Bamf die freiwillige Rückkehr von Schutzsuchenden und anderen ausreisepflichtigen Menschen in ihre Herkunftsländer oder in Drittstaaten. Das Bundesamt übernimmt unter anderem die Flugkosten und zahlt eine »Starthilfe« in Höhe von 1000 Euro pro erwachsener Person sowie 500 Euro für Kinder und Jugendliche. Seit Januar 2025 ist auch die geförderte freiwillige Rückkehr nach Syrien wieder möglich. Zuvor war das Programm wegen des Bürgerkriegs in dem Land ausgesetzt worden.

Allerdings ist umstritten, wie freiwillig solche Ausreisen tatsächlich sind. Kritiker des Programms setzen das Wort »freiwillig« deshalb mitunter in Anführungszeichen. Timmo Scherenberg, Geschäftsführer des Hessischen Flüchtlingsrats, sagte gegenüber dem Hessischen Rundfunk, Menschen würden aus Deutschland regelrecht »rausgeekelt«. Betroffenen werde »die Pistole auf die Brust gesetzt«: Entweder drohe eine Abschiebung oder sie sollten schnell freiwillig ausreisen.

Scherenberg weist zudem darauf hin, dass es auch für Menschen, die formal ausreisepflichtig sind, unter bestimmten Voraussetzungen Möglichkeiten für ein Bleiberecht geben kann – etwa bei guter Integration, bestehender Beschäftigung oder einer Ausbildung...