11 bis 14 Uhr in und vor der St. Remigiuskirche, Brüdergasse 8, Bonn
Programm in der Kirche:
Von 11 bis 14 Uhr gedenken wir der Menschen, die auf Fluchtrouten ums Leben gekommen sind. Wir tun dies durch:
Verlesen von Namen
Verlesen von persönlichen Geschichten
Gebete und Gedichte
Musik
Es gibt die Möglichkeit Kerzen zu entzünden.
Vor der Kirche gibt es Informationen durch Engagierte der Bonner Seebrücke. Es stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der evangelischen und katholischen Flüchtlingsinitiativen für Fragen und Gespräch zur Verfügung.
Flüchtlingstag 2026 Beim Namen nennen
Menschen flüchten vor Krieg, Vertreibung und Unterdrückung
Menschen müssen ihre Heimat verlassen, weil dort Krieg herrscht, es gewaltsame Konflikte gibt, sie verfolgt werden oder sie allgemein unter lebensbedrohlichen Bedingungen leben. Aktuell sind ca. 122 Millionen Menschen auf der Flucht. Die meisten finden Schutz im eigenen Land (intern Vertriebene) oder Aufnahme in einem Flüchtlingscamp im Nachbarland.
Tödliche Fluchtwege und Abbau des Asylrechts
Aufgrund des gemeinsamen europäischen Asylsystems (GEAS), welches Mitte Juni 2026 mit neuen Verschärfungen in Kraft tritt, gelangen immer weniger Geflüchtete in Binnenländer wie die Schweiz oder Deutschland. Dafür steigt die Zahl der Menschen, die auf immer gefährlicheren Fluchtwegen nach Europa ums Leben kommen. Sie sterben in seeuntüchtigen Booten auf dem Mittelmeer, ersticken in Lastwagen, verhungern in der Wüste oder bleiben schwer verletzt im Grenzgebiet an der europäischen Aussengrenze im Wald liegen. Das Mitte Juni 2026 in Kraft tretende gemeinsame europäische Asylsystem verstösst elementar gegen die Menschenrechte und die Genfer Flüchtlingskonvention von 1951.
Gegen das Vergessen
Mit der Aktion «Beim Namen nennen» erheben wir gegen diese menschenverachtende Politik unsere Stimme und trauern öffentlich. Vor allem möchten wir an alle Menschen erinnern, die oft namenlos gestorben sind und nirgends beerdigt wurden. Ihre Familien und Nahestehende trauern dennoch um sie. Eltern verloren ihre Kinder, Kinder ihre Eltern. Das darf so nicht weiter gehen. Es ist ein Skandal, den wir beklagen und durch das Lesen der Namen und die Nennung der Begleitumstände ihres Todes öffentlich machen.
Mit der diesjährigen Petition fordern wir die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung dazu auf, wenigstens jene Menschen, die bereits in der Schweiz sind, nicht in Länder auszuschaffen, wo ihnen widrige Lebensumstände drohen und ihre elementaren Menschenrechte nicht gewährt sind. Die Schweiz soll selbst auf ihr Asylgesuch eintreten und ihnen Schutz gewähren.
Wir setzen uns für die Menschenrechte aller ein, denn diese sind unteilbar. Wir fordern die europäischen Staaten auf, sich an die Grundrechte zu halten und das individuelle Recht auf Asyl nicht ausser Kraft zu setzen.
Mach mit, setze ein Zeichen für Recht und Menschlichkeit
Die Veranstaltung ist Teil der
Die Aktion Bein Namen nennen findet auch in diesem Jahr rund um den Flüchtlingssonntag (21. Juni 2026) statt. Verschiedene Städte in der Schweiz und in Deutschland beteiligen sich. Die Aktion findet in Zusammenarbeit mit UNITED for Intercultural Action - European network against nationalism, racism, fascism and in support of migrants and refugees statt.
In verschiedenen Städten finden öffentliche Lesungen der «List of Deaths» statt. Dazu werden die Angaben jeder verstorbenen Person auf ein Stück Stoff geschrieben und an einer Installation befestigt. So bauen wir gemeinsam im Gedenken an die Verstorbenen öffentliche Mahnmale.
Neben den öffentlichen Lesungen finden weitere Gedenkaktionen und Veranstaltungen statt.
Veranstalter sind: Caritas, Aktion Neue Nachbarn, EMFA, Seebrücke Bonn.