07.01.2026 Ein Drittel weniger Asylanträge wurden im vergangenen Jahr gestellt. Der Innenminister präsentierte die BAMF-Statistik als Bestätigung für sein verschärftes Vorgehen, Schutzsuchende fernzuhalten und ihre Rechte zu beschneiden.
2025 gab es ... 168.543 Erst- und Folgeanträge - nach 250.945 im Jahr 2024.
Als Gründe für den Rückgang nannte das Ministerium Zurückweisungen an den Grenzen, das Aussetzen des Familiennachzugs, die Abschaffung der sogenannten Turboeinbürgerung und mehr Abschiebungen. (Tagesschau)
Die mit Abstand meisten Asylanträge wurden 2025 von afghanischen Menschen gestellt:
knapp 60.000 bei insgesamt 113.000 Erstanträgen / 168.543 Erst- und Folgeanträgen
Bei Folgeanträgen (nachdem ein erster Asylantrag abgelehnt worden war) beobachtete die FAZ (leider kostenpflichtig), dass besonders viele afghanische Frauen einen solchen stellten, ermutigt viellecht durch das EuGH-Urteil von Ende 2024, dass allen afghanischen Frauen ohne individuelle Überprüfung Asyl zu gewähren sei.
Bei den diskriminierenden Maßnahmen des Taliban-Regimes gegen Frauen handelt es sich um Verfolgungsmaßnahmen. Für die individuelle Prüfung des Asylantrags einer afghanischen Frau ist es laut EuGH daher ausreichend, ihre Staatsangehörigkeit und ihr Geschlecht zu berücksichtigen. (Beck)
Afghanische Frauen sind wohl wegen zunehmender Abschiebungen der Bundesregierung verunsichert. Sie machen sich ein EuGH-Urteil zunutze. Das führt zu einem Rekord. (FAZ)
- Tagesschau 04.01.2026 Zahl der Asylanträge weiter gesunken
Im vergangenen Jahr haben erneut weniger Menschen einen Asylantrag in Deutschland gestellt als im Vorjahr - die Zahl der Erstanträge ging um rund die Hälfte zurück. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein.
Die Zahl der in Deutschland gestellten Asylanträge ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken. Wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte, ging die Zahl der Erstanträge um rund die Hälfte zurück - von fast 230.000 im Jahr 2024 auf etwa 113.000 im Jahr 2025. 2023 hatte die Zahl der Erstanträge auf Asyl in Deutschland noch bei rund 329.000 gelegen.
Die Zahl der Erst- und Folgeanträge sank von 2024 auf 2025 insgesamt um mehr als 82.000 und damit um gut ein Drittel, berichtete die Bild am Sonntag unter Berufung auf das Ministerium. 2025 gab es demnach 168.543 Erst- und Folgeanträge - nach 250.945 im Jahr 2024. Das war ein Rückgang von 32,8 Prozent. 2023 waren noch 351.915 Erst- und Folgeanträge gestellt worden.
Mehr Abschiebungen und Aussetzen des Familiennachzugs
Als Gründe für den Rückgang nannte das Ministerium Zurückweisungen an den Grenzen, das Aussetzen des Familiennachzugs, die Abschaffung der sogenannten Turboeinbürgerung und mehr Abschiebungen. "Wir ordnen mit Klarheit und Konsequenz das Migrationsgeschehen", erklärte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU). "Wer keinen Schutzanspruch hat, soll nicht kommen - wer Straftäter wird, muss gehen."
Regierung sieht Bürgerkrieg in Syrien als beendet an
Zudem sieht die schwarz-rote Koalition den Bürgerkrieg in Syrien nach dem Sturz des dortigen Machthabers Baschar al-Assad und dem darauffolgenden Machtwechsel als beendet an. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte im vergangenen November betont: "Es gibt jetzt keinerlei Gründe mehr für Asyl in Deutschland." Ende Dezember wurde erstmals seit 2011 wieder ein Mensch nach Syrien abgeschoben.
Auch die EU-Kommission rechnet für das abgelaufene Jahr mit einer deutlich höheren Abschiebequote als in der Vergangenheit. Sie hatte 2025 verschiedene Asylrechtsverschärfungen vorgelegt.
- beck aktuell 06.01.2026 Asylzahlen sind 2025 stark gesunken
Die Zahl von Asylbewerbern in Deutschland ist deutlich zurückgegangen. Die härtere Gangart der Regierung in der Migrationspolitik ist aber nur einer der Gründe.
Immer weniger Menschen stellen einen Antrag auf Asyl in Deutschland. Die Zahl der Erstanträge lag laut einer Mitteilung des Bundesinnenministeriums im Jahr 2025 bei 113.236. Im Jahr davor waren es mit 229.751 noch doppelt so viele. 2023 lag die Zahl der Erstanträge sogar bei 329.120.
Bei den Erst- und Folgeanträgen gab es nach einem Bericht der Bild am Sonntag einen Rückgang von rund 33% auf 168.543. 2023 waren es noch 351.915 Erst- und Folgeanträge. Folgeanträge können gestellt werden, wenn ein Antrag zurückgenommen oder abgelehnt wurde und sich die Umstände geändert haben.
Warum die Asylzahlen sinken
Die Zahl der Asylbewerber ist schon länger rückläufig. Für diesen Rückgang führen Experten verschiedene Gründe an, etwa die Grenzkontrollen, die ab Oktober 2023 von der damaligen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schrittweise eingeführt und von ihrem Nachfolger Alexander Dobrindt (CSU) intensiviert wurden.
Nach dem Ende der Ära des Langzeitmachthabers Baschar al-Assad kamen zudem weniger Syrerinnen und Syrer nach Deutschland. Auch Italiens restriktiverer Migrationspolitik werden Effekte zugeschrieben. Das gilt in umgekehrter Weise auch für Spanien, wo irreguläre Migrantinnen und Migranten mit Jobaussichten eine Aussicht auf Legalisierung haben.
Dobrindt: "Migrationswende" zeigt Wirkung
Dobrindt sagte: "Das klare Signal aus Deutschland heraus, dass sich die Migrationspolitik in Europa geändert hat, ist in der Welt angekommen." Dobrindt äußerte sich in der Bild am Sonntag und in einer Mitteilung.
Das Ministerium führt den Rückgang auf die "Migrationswende" der Bundesregierung zurück, die nun Wirkung zeige. Konkret werden neben den Zurückweisungen an den Grenzen das Aussetzen des Familiennachzugs genannt, die Abschaffung der "Turboeinbürgerung", eine Reduktion der "Pullfaktoren", also Dingen, die als anziehend gelten, sowie eine Steigerung der Rückführungen.
Die Regierung ordne mit Klarheit und Konsequenz das Migrationsgeschehen, heißt es im Text des Ministeriums. "Wer keinen Schutzanspruch hat, soll nicht kommen – wer Straftäter wird, muss gehen", sagte Dobrindt. Im vergangenen Jahr gab es laut Ministerium rund 20% mehr Abschiebungen. Bereits im neuen Jahr sind erneut Menschen nach Afghanistan abgeschoben worden, die in Deutschland Straftaten begangen hatten.
- FAZ 07.01.2026 Rekord in 2025 : So viele Asyl-Folgeanträge wie nie zuvor
Afghanische Frauen sind wohl wegen zunehmender Abschiebungen der Bundesregierung verunsichert. Sie machen sich ein EuGH-Urteil zunutze. Das führt zu einem Rekord.
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