20.02.2026 Der erfolgreiche Klageweg führt dazu, dass gegen den Willen der Bundesregierung auch nach dem Stichtag 31. Dezember 2025 immer noch Menschen aus dem (gestoppten) Afghanistan-Aufnahmeprogramm und ehemalige Ortskräfte nach Deutschland einreisen können. 47 von ihnen kamen am 11. Februar an. Doch etwa 280 Menschen aus diesen Gruppen bangen immer noch in Pakistan, dort von Abschiebung nach Afghanistan bedroht.
Dass trotz des Stopps einige der Betroffenen und ihre Angehörigen trotzdem Visa erhalten, liegt daran, dass in Deutschland Klagen angestrengt wurden, um ihre Einreise durchzusetzen. Unterstützt werden die Betroffenen dabei teils von der Organisation Kabul Luftbrücke. (Zeit)
»Die Zahlen sind dynamisch und können sich auch je nach laufenden Verfahren einschließlich verwaltungsgerichtlicher Entscheidungen täglich ändern.« Innenministerium (Spiegel)
Hier Berichte:
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Spiegel, 19.02.2026 Rund 280 Afghanen warten noch auf Einreise nach Deutschland
Die Bundesregierung hat das Aufnahmeprogramm für Afghanen stark zurückgefahren, jetzt steuert es auf sein Ende zu. Laut Innenministerium warten etwa 280 Menschen auf die Einreise. Es handele sich dabei um eine dynamische Zahl.
Die Aufnahme von Afghanen mit einer Zusage aus Deutschland neigt sich allmählich dem Ende zu. Derzeit warten noch etwa 230 Menschen aus dem Bundesaufnahmeprogramm für Afghanistan und rund 50 ehemalige Ortskräfte inklusive Angehöriger in Pakistan auf eine Einreise nach Deutschland. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa und bezieht sich auf eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums.
Für Menschen, bei denen sowohl die Überprüfung der Aufnahmeerklärung als auch die Sicherheitsüberprüfung positiv abgeschlossen wurde, »erfolgt zeitnah die Einreiseplanung«, heißt es aus dem Ministerium. Die Sprecherin fügte hinzu: »Die Zahlen sind dynamisch und können sich auch je nach laufenden Verfahren einschließlich verwaltungsgerichtlicher Entscheidungen täglich ändern.«
Absage im Dezember
Die Bundesregierung hatte im Dezember mehr als 650 Afghaninnen und Afghanen mitgeteilt, dass Deutschland sie nun doch nicht aufnehmen werde. Dabei geht es um Menschen von der sogenannten Menschenrechtsliste beziehungsweise aus einem »Überbrückungsprogramm«.
Verbunden mit der Absage war ein Angebot, bei der Rückkehr nach Afghanistan oder der Ausreise in ein anderes Land zu helfen, auch finanziell. Die bisherige Unterstützung dieser Menschen – etwa durch Unterbringung in Gästehäusern – soll beendet werden. Das gilt laut Innenministerium sowohl für diejenigen, die sich in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad aufhalten, als auch für Geflüchtete, die von Pakistan nach Afghanistan abgeschoben worden waren.
Mehrere Flüge in den vergangenen Wochen
Zuletzt hatte die Bundesregierung mit Chartermaschinen und Linienflügen mehrfach Afghaninnen und Afghanen nach Deutschland gebracht, die vor den islamistischen Taliban nach Pakistan geflohen waren. Vergangene Woche landeten 47 Menschen aus dem Bundesaufnahmeprogramm in Berlin.
- Zeit 11.02.2026 Afghanen aus Aufnahmeprogramm angekommen
In Berlin ist ein weiterer Flug mit Afghaninnen und Afghanen gelandet, die vor den Taliban nach Pakistan geflohen waren. 47 Menschen aus dem Bundesaufnahmeprogramm kamen in Berlin an, wie das Bundesinnenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Zuletzt waren mehrmals Afghanen mit Linienflügen nach Deutschland gebracht worden. Viele afghanische Familien harren seit Monaten oder gar Jahren in Islamabad aus. Die schwarz-rote Bundesregierung stoppte das Aufnahmeprogramm für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen im Mai. Neben früheren Ortskräften deutscher Institutionen und ihren Angehörigen sollten über das Programm auch Afghanen aufgenommen werden, die Verfolgung durch die islamistischen Taliban fürchten müssen, etwa weil sie sich in der Vergangenheit als Anwälte oder Journalistinnen für Menschenrechte eingesetzt haben.
Dass trotz des Stopps einige der Betroffenen und ihre Angehörigen trotzdem Visa erhalten, liegt daran, dass in Deutschland Klagen angestrengt wurden, um ihre Einreise durchzusetzen. Unterstützt werden die Betroffenen dabei teils von der Organisation Kabul Luftbrücke.