EU-Innenkommissar fordert Ende der deutschen Grenzkontrollen, schnelle Umsetzung des neuen europäischen Asylsystems Geas und verstärkte Abschiebungen nach Syrien

08.01.2026 Auch im begonnenen Jahr wird die EU auf eine harte Linie gegenüber Schutzsuchenden und Migranten setzen.

Die Außengrenzen müssten besser geschützt werden, "damit Binnengrenzkontrollen nicht mehr notwendig sind",

erklärte Innenkommissar Brunner in Zusammenhang mit der Aufforderung an die deutsche Regierung, die Grenzkontrollen bald zu beenden.

 

Seit Mai lässt die Bundesregierung deutsche Grenzen besonders stark überwachen. EU-Innenkommissar Magnus Brunner betont, dies dürfe nur eine temporäre Regelung sein.

EU-Innenkommissar Magnus Brunner hat die Bundesregierung aufgefordert, die Kontrollen an den deutschen Grenzen auf absehbare Zeit zu beenden. Es seien temporäre Möglichkeiten, die EU-Mitgliedsstaaten hätten, von denen Deutschland Gebrauch mache. "Und temporär heißt zeitlich befristet", sagte Brunner im Berlin Playbook Podcast des Portals Politico.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am 7. Mai 2025 verstärkte Kontrollen und Zurückweisungen an allen neun deutschen Landesgrenzen zu Nachbarstaaten angeordnet. Bereits unter Dobrindts Vorgängerin Nancy Faeser (SPD) waren im September 2024 an allen Grenzen Kontrollen eingeführt worden. 

Der Österreicher Brunner drängte zudem auf eine schnelle Umsetzung des neuen europäischen Asylsystems Geas. Die Außengrenzen müssten besser geschützt werden, "damit Binnengrenzkontrollen nicht mehr notwendig sind", sagte er. "Schengen ist eine der größten Errungenschaften der Europäischen Union."

Brunner sprach sich außerdem für verstärkte Abschiebungen nach Syrien aus. Deutschland hatte im Dezember 2025 erstmals seit 2011 einen Menschen nach Syrien abgeschoben. In dieser Woche gab es eine weitere Abschiebung in das Land, bei den Betroffenen handelt es sich nach Behördenangaben um verurteilte Straftäter. "Unsere Asylagentur hat festgestellt, dass die Situation besser geworden ist", sagte der EU-Innenkommissar. Die EU setze daher vor allem darauf, dass Syrer freiwillig in ihr Heimatland zurückkehren. 

Für straffällig gewordene Asylbewerber forderte Brunner Abschiebungen. "Vor allem, wenn es um Straftäter geht und um Menschen, die ein Sicherheitsrisiko darstellen für Europa, da müssen wir strenger und besser vorgehen", sagte der ÖVP-Politiker.