25.04.2025 In zwei Beiträgen befasste sich u. a. die ZEIT mit dem für 2025 vorgelegten Zahlenmaterial der EU: Weniger Asylsuchende, weniger Zuerkennung von Schutz, dafür mehr Abschiebungen. Doch EU-Migrationskommissar Brunner ist noch nicht zufrieden.
Gut 361.000 Asylsuchende haben 2025 einen EU-Schutzstatus erhalten – 20 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Wie Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat zeigen, bekamen 2025 rund 361.325 Menschen einen positiven Bescheid. Das ist ein Rückgang von fast 20 Prozent im Vergleich zu 2024, als die Zahl noch bei 437.735 gelegen hatte.
Von den bewilligten Anträgen entfielen 51 Prozent auf den Flüchtlingsstatus gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention. 25 Prozent entfielen auf humanitären Schutz nach nationalem Recht und 24 Prozent auf den sogenannten subsidiären Schutz.
2025 sind 28 Prozent der ausreisepflichtigen Migranten aus der EU zurückgeführt worden. »der bisher höchste Wert in diesem Jahrzehnt«
Von den mehr als 491.000 Ausreisepflichtigen im vergangenen Jahr wurden demnach etwa 135.000 abgeschoben.
»Die höhere Zahl an Rückführungen im vergangenen Jahr kann uns nicht zufriedenstellen«, sagte der Österreicher. »Die alten Regeln zur Rückführung illegaler Migranten in der EU funktionieren einfach nicht gut genug.«
Daher sei es umso wichtiger, dass die neue Rückführungsverordnung, die die EU-Kommission bereits im März des vergangenen Jahres dem Europaparlament und den 27 Mitgliedsstaaten zur Abstimmung vorgelegt hatte, nun auch rasch beschlossen werde.
- Zeit 24.04.2025 Migration Deutlich weniger Asylsuchende bekommen Schutzstatus in der EU
Gut 361.000 Asylsuchende haben 2025 einen EU-Schutzstatus erhalten – 20 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Fast jeden dritten positiven Bescheid erteilte Deutschland.
Im vergangenen Jahr haben in der Europäischen Union deutlich weniger Asylsuchende einen Schutzstatus erhalten als im Jahr davor. Wie Zahlen des EU-Statistikamts Eurostat zeigen, bekamen 2025 rund 361.325 Menschen einen positiven Bescheid. Das ist ein Rückgang von fast 20 Prozent im Vergleich zu 2024, als die Zahl noch bei 437.735 gelegen hatte.
Mit etwa 103.360 Anerkennungen erteilte Deutschland demnach am häufigsten einen Schutzstatus und kam auf einen Anteil von 29 Prozent aller positiven Entscheidungen in der EU. Es folgten Spanien mit 76.210 und Frankreich mit 72.930 Anerkennungen. Zusammengenommen entfielen auf diese drei Länder mehr als 70 Prozent aller positiven Bescheide in der EU.
Die größte Gruppe unter den Begünstigten waren Afghaninnen und Afghanen. Auf sie entfielen 27 Prozent aller in der EU bewilligten Asylanträge. Dahinter lagen Venezolanerinnen und Venezolaner mit 16 Prozent; Syrerinnen und Syrer sowie Ukrainerinnen und Ukrainer kamen jeweils auf fünf Prozent.
Subsidiärer Schutz ging um 50 Prozent zurück
Von den bewilligten Anträgen entfielen 51 Prozent auf den Flüchtlingsstatus gemäß der Genfer Flüchtlingskonvention. 25 Prozent entfielen auf humanitären Schutz nach nationalem Recht und 24 Prozent auf den sogenannten subsidiären Schutz. Letzterer greift, wenn weder Asylrecht noch Flüchtlingsstatus nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt werden, im Heimatland jedoch ernsthafter Schaden droht, etwa durch Krieg.
Genau in diesem Bereich gingen die Zahlen im vergangenen Jahr am deutlichsten zurück: Im Vergleich zu 2024 sanken die positiven Entscheidungen um 50 Prozent.
Auch die Gesamtzahl der Asylanträge nahm im vergangenen Jahr ab. Laut einem Bericht der EU-Kommission lag der Rückgang bei knapp 20 Prozent und war vor allem auf die veränderte Lage in Syrien zurückzuführen.
- Zeit 25.04.2025 Europäische Migrationspolitik: Zahl der Abschiebungen laut EU-Kommissar deutlich gestiegen
2025 sind 28 Prozent der ausreisepflichtigen Migranten aus der EU zurückgeführt worden. Laut EU-Kommissar Brunner funktionieren die Regeln aber noch nicht gut genug.
Die Zahl der Abschiebungen aus den EU-Ländern ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. »Im Jahr 2025 wurden 28 Prozent der ausreisepflichtigen Migranten in der EU zurückgeführt«, sagte EU-Migrationskommissar Magnus Brunner der Welt am Sonntag. Dies sei »der bisher höchste Wert in diesem Jahrzehnt«. Von den mehr als 491.000 Ausreisepflichtigen im vergangenen Jahr wurden demnach etwa 135.000 abgeschoben.
Grund für die höhere Abschiebequote seien »unter anderem das konsequente Vorgehen der Mitgliedsstaaten, aber auch mehr Stabilität in einigen Aufnahmeländern und ein besseres Informationssystem«, sagte Brunner. Dem Bericht zufolge hatte 2022 die Rückführungsquote nur 16 Prozent betragen.
»Das kann uns nicht zufriedenstellen«
Im März dieses Jahres stimmte das Europäische Parlament für die Rückführungsverordnung – die konservative EVP-Fraktion hatte sich dafür mit Rechtsaußen-Parteien wie der AfD abgesprochen. Nun müssen sich noch Vertreter vom Rat der EU, vom Parlament und der Kommission auf den endgültigen Rechtstext einigen.
Als weitere Baustelle nannte der EU-Kommissar die Rücknahme ihrer Staatsbürger durch Drittstaaten. Dafür setze die EU ihre »Hebel gezielt ein«, sagte Brunner. »Visapolitik, Handel und Entwicklungsgelder werden künftig stärker mit Zusammenarbeit beim Thema Migration verknüpft sein«, kündigte er an.
Trotz der Zunahme ist EU-Kommissar Brunner nicht zufrieden. »Die höhere Zahl an Rückführungen im vergangenen Jahr kann uns nicht zufriedenstellen«, sagte der Österreicher. »Die alten Regeln zur Rückführung illegaler Migranten in der EU funktionieren einfach nicht gut genug.«
Daher sei es umso wichtiger, dass die neue Rückführungsverordnung, die die EU-Kommission bereits im März des vergangenen Jahres dem Europaparlament und den 27 Mitgliedsstaaten zur Abstimmung vorgelegt hatte, nun auch rasch beschlossen werde. Diese schaffe »strengere Regeln für Straftäter, klare und verbindliche Pflichten für Personen mit Abschiebebescheid und bringt mehr Effizienz in die Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten«, warb Brunner.