Immer mehr NRW-Kommunen erteilen Bezahlkarte eine Absage

27.03.2026 Aus Aktuell des Flüchtlingsrates NRW:

Die Bezahlkarte für Geflüchtete verliert in Nordrhein-Westfalen massiv an Rückhalt. Nach aktuellen Auswertungen des Flüchtlingsrats NRW  und der GGUA haben sich mit der Stadt Lünen mittlerweile 198 von 396 Kommunen gegen die Einführung entschieden. Damit verzichtet genau die Hälfte aller Städte und Gemeinden auf dieses Instrument. In diesen Kommunen leben fast 60 Prozent der Bevölkerung von NRW.

Der Verzicht ist eine Entscheidung für wirtschaftliche Vernunft und gegen Diskriminierung. Während die Bezahlkarte durch hohen Personalaufwand und Providergebühren bundesweit Zusatzkosten von schätzungsweise 150 Millionen Euro verursachen würde, bleibt die Überweisung auf ein Girokonto das effizienteste System. Kommunen, die auf die Karte verzichten, sparen Geld, vermeiden bürokratischen Mehraufwand und ermöglichen Geflüchteten echte gesellschaftliche Teilhabe.

Auch der Rat der Stadt Bonn hatte beschlossen, im Geltungsbereich der Kommune auf die Bezahlkarte zu verzichten. Einzig die Asylbewerber*innen, die in Landesunterkünften leben, müssen mit der Bezahlkarte zurecht kommen. Ihnen wird in der solidarischen Tauschaktion eine Möglichkeit geboten, mittels Kauf und Tauschen eines Geschenkgutscheins an benötigtes Bargeld zu gelangen. (s. dazu auch Solidarischer Gutschein-Tausch )