09.02.2025 Die Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Linken weist auf stetige Zunahme von Attacken auf Flüchtlingsheime und Schutzsuchende hin. "Bei politisch motivierten Straftaten gegen Flüchtlinge sind im vierten Quartal vergangenen Jahres laut Bundesregierung 25 Menschen verletzt worden, darunter ein Kind," heißt es in einer knappen Kurzmeldung des Bundestages. Clara Bünger erfragt regelmäßig die Zahlen, um sie vergleichen zu können. Oftmals müssen sie später nach oben hin korrigiert werden, weil viele Angriffe zu späterem Zeitpunkt nachgemeldet werden. Sie erklärt: „Es braucht endlich Konzepte für wirksamen Schutz. Daneben wäre es von zentraler Bedeutung, das Schüren von Rassismus in den Parlamenten und von den Regierungsbänken aus zu beenden.“
Danach gab es vom Oktober bis Dezember vergangenen Jahres insgesamt 33 politisch motivierte Straftaten gegen Unterkünfte von Geflüchteten in Deutschland, darunter neun Gewaltdelikte. Drei Personen wurden verletzt...
Darüber hinaus wurden laut der Bundesregierung mehr als 200 politisch motivierte Straftaten gegen Asylsuchende und Geflüchtete registriert, die sich nicht in Unterkünften abspielten. Darunter waren 32 Gewalttaten. 22 Menschen wurden verletzt, auch ein Kind...
Die Zahlen aus dem Bundesinnenministerium geben noch nicht das komplette Bild wieder, denn viele Taten werden erst mit Verspätung in die Statistik aufgenommen. Aktuell gab es so viele Nachmeldungen, dass sich die Zahl der Straftaten für das dritte Quartal 2025 gegenüber einer früheren Auskunft mehr als verdoppelte. Zunächst waren 22 Delikte gegen Geflüchteten-Unterkünfte und weitere 198 Straftaten gegen Geflüchtete gemeldet worden. Nun stiegen die Zahlen auf 56 Straftaten gegen Unterkünfte und 436 weitere Delikte gegen Geflüchtete.
"Seit Jahren gehören Übergriffe auf Geflüchtete zum Alltag in Deutschland“, „an diese Zustände dürfen wir uns niemals gewöhnen“ (Clara Bünger)
- migazin 08.02.2025 Viertes Quartal 2025 Täglich mehr als zwei Übergriffe gegen Geflüchtete
204 Straftaten in nur drei Monaten – und das ist wohl nicht einmal alles. Attacken auf Geflüchtete, darunter auch Kinder, gehören vielerorts zur bitteren Normalität. Die Linke fordert Schutz.
Attacken gegen Geflüchtete reißen in Deutschland nicht ab. Allein im vierten Quartal 2025 wurden 204 Straftaten gegen diese Personengruppe außerhalb von Flüchtlingsunterkünften registriert. Das geht aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken-Innenpolitikerin Clara Bünger hervor, über die zuerst die „Frankfurter Rundschau“ berichtete. Die Antwort liegt auch dem MiGAZIN vor.
Demnach waren unter den 204 Straftaten 32 Gewaltdelikte. Weitere 33 politisch motivierte Straftaten richteten sich gegen Unterkünfte von Geflüchteten, darunter auch Brandstiftungen. Verletzt wurden laut dem Bericht 25 Menschen, darunter auch ein Kind. Die Zahlen zeigen noch nicht das komplette Bild, da viele Taten erst mit Verspätung in die Statistik aufgenommen werden, wie es hieß... (Fortsetzung nicht frei)
Die Bundesregierung nennt Zahlen zu Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte. Linke-Abgeordnete fordern Schutzkonzepte.
Flüchtlingsheime werden angezündet oder mit Hakenkreuzen beschmiert, geflüchtete Menschen angegriffen. Die Bundesregierung hat jetzt auf Anfrage der Linken-Innenpolitikerin Clara Bünger Zahlen genannt, wie häufig solche Taten sind.
Danach gab es vom Oktober bis Dezember vergangenen Jahres insgesamt 33 politisch motivierte Straftaten gegen Unterkünfte von Geflüchteten in Deutschland, darunter neun Gewaltdelikte. Drei Personen wurden verletzt, davon zwei in Stuttgart und eine in Schwerin. Das sind mehr Taten, als bei früheren Abfragen zum Quartal davor (22 Taten) oder im letzten Quartal 2024 (29) genannt worden waren.
Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte: Die meisten Taten gehen auf das Konto Rechtsextremer
Die meisten Taten gehen auf das Konto Rechtsextremer. Bei einzelnen Delikten sieht die Polizei andere Motive, etwa eine „religiöse Ideologie“– so in den Fällen, bei denen Personen verletzt wurden.
Bei den Taten gegen Unterkünfte fällt auf, dass sich von den 33 Taten im vierten Quartal 2025 allein zehn gegen ein Haus im thüringischen Nordhausen richteten, in dem geflüchtete Menschen wohnen. „Es konnte eine tatverdächtige Frau auf frischer Tat gefasst und vorläufig festgenommen werden“, sagte eine Sprecherin der Landespolizeidirektion Nordhausen der FR. Die Frau befinde sich jetzt in einer Fachklinik. Der Verdacht auf ein rechtsextremes Tatmotiv gründe sich auf Hakenkreuz-Schmiererei.
Darüber hinaus wurden laut der Bundesregierung mehr als 200 politisch motivierte Straftaten gegen Asylsuchende und Geflüchtete registriert, die sich nicht in Unterkünften abspielten. Darunter waren 32 Gewalttaten. 22 Menschen wurden verletzt, auch ein Kind. Allein 16 Menschen wurden bei rechtsextrem motivierten Taten verletzt – und fast alle dieser Gewalttaten, bei denen die Angegriffenen Verletzungen erlitten, wurden in Ostdeutschland verübt, etwa in Rostock, Halle und Greiz, wo jeweils zwei Personen betroffen waren.
Übergriffe auf Geflüchtete: „An diese Zustände dürfen wir uns niemals gewöhnen“
„Seit Jahren gehören Übergriffe auf Geflüchtete zum Alltag in Deutschland“, sagte die Linken-Abgeordnete Bünger. Menschen, die auf der Suche nach einem Leben in Sicherheit und Würde hierhergekommen seien, würden angefeindet, eingeschüchtert, bedroht und auch körperlich angegriffen. „An diese Zustände dürfen wir uns niemals gewöhnen“, betonte Bünger.
Acht der Delikte gegen Geflüchtete spielten sich laut Bundesregierung in Frankfurt am Main ab. Der schwerwiegendste davon war ein Fall von mutmaßlichem Totschlag aufgrund „religiöser Ideologie“ am 8. November 2025. Die Polizei hatte gemeldet, dass zwei junge Afghanen, die „an einer spontanen Tanzveranstaltung teilnahmen, zunächst verbal und anschließend körperlich attackiert“ worden seien. Einer der Männer habe dabei Stichverletzungen davongetragen. Wenige Tage darauf seien zwei 19-jährige afghanische Tatverdächtige festgenommen worden.
Straftaten gegen Geflüchtete: Linken-Abegeordnete fordert „endlich Konzepte für wirksamen Schutz“
Die Zahlen aus dem Bundesinnenministerium geben noch nicht das komplette Bild wieder, denn viele Taten werden erst mit Verspätung in die Statistik aufgenommen. Aktuell gab es so viele Nachmeldungen, dass sich die Zahl der Straftaten für das dritte Quartal 2025 gegenüber einer früheren Auskunft mehr als verdoppelte. Zunächst waren 22 Delikte gegen Geflüchteten-Unterkünfte und weitere 198 Straftaten gegen Geflüchtete gemeldet worden. Nun stiegen die Zahlen auf 56 Straftaten gegen Unterkünfte und 436 weitere Delikte gegen Geflüchtete.
Nach Ansicht der Abgeordneten Bünger reicht es nicht, Täterinnen und Tätern strafrechtlich zu verfolgen. „Es braucht endlich Konzepte für wirksamen Schutz. Daneben wäre es von zentraler Bedeutung, das Schüren von Rassismus in den Parlamenten und von den Regierungsbänken aus zu beenden.“ Wenn Geflüchtete dort permanent zum Problem erklärt würden, fühlten sich „rechte Bürger ermutigt, ihre rassistischen Ressentiments in die Tat umzusetzen“, urteilte die Linken-Politikerin.
Im vierten Quartal 2025 erfassten deutsche Behörden 33 politisch motivierte Straftaten, bei denen eine Geflüchtetenunterkunft Tatort oder Angriffsziel war. Das geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag hervor. Unter den registrierten Delikten waren demnach neun Gewaltdelikte, drei Personen wurden verletzt. Gegenüber dem dritten Quartal 2025 ist dies ein deutlicher Anstieg: Damals wurden zunächst 22 Straftaten erfasst. Auch im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich eine Zunahme – im vierten Quartal 2024 waren es 29 Straftaten.
Die Daten stammen aus dem Kriminalpolizeilichen Meldedienst in Fällen Politisch motivierter Kriminalität (KPMD). Die Landeskriminalämter melden sie an das Bundeskriminalamt. Gezählt werden Anzeigen, nicht Verurteilungen.
Darüber hinaus wurden im vierten Quartal 2025 insgesamt 204 politisch motivierte Straftaten gegen Asylsuchende und Geflüchtete außerhalb von Unterkünften erfasst. 32 dieser Vorfälle waren Gewalttaten, bei denen 22 Menschen verletzt wurden, darunter ein Kind.
Wie üblich kam es auch für das dritte Quartal 2025 zu zahlreichen Nachmeldungen. Die Zahl der Delikte in und gegen Geflüchtetenunterkünfte im dritten Quartal hat sich demnach von 22 auf 56 mehr als verdoppelt. Die gemeldeten Straftaten gegen Geflüchtete außerhalb von Unterkünften stiegen von 198 auf 436, 39 Personen wurden dabei verletzt, davon acht Kinder.
Mit der aktuellen Anfrage hat Die Linke zusätzlich Daten für die Jahre 2021 bis 2024 abgefragt, um die Entwicklung der registrierten Straftaten für die einzelnen Jahre zu erfassen. Die meisten Straftaten gegen Geflüchtetenunterkünfte wurden demnach 2024 gezählt – in dem Jahr kam es auch zu den meisten Gewalttaten, besonders im zweiten Quartal. Die meisten Straftaten gegen Geflüchtete außerhalb von Unterkünften wurden 2023 registriert, ebenso die meisten Gewalttaten außerhalb von Unterkünften.
Die Quartalsanfrage stammt von Clara Bünger, der flüchtlingspolitischen Sprecherin der Linken im Bundestag. Diese macht die Politik der Bundesregierung gegen Geflüchtete mitverantwortlich für die Gewalt. So fühlten sich »rechte Bürger ermutigt, ihre rassistischen Ressentiments in die Tat umzusetzen«.
Stattdessen müsse die Bundesregierung »die materiellen Voraussetzungen schaffen, dass neu ankommende Asylsuchende sich ein gutes Leben aufbauen können«, sagt Bünger »nd«. Das umfasse Investitionen in bezahlbare Wohnungen, Schulen, Kitas, medizinische Versorgung und Sozialarbeit. »Nur so lässt sich verhindern, dass Geflüchtete und Menschen, die schon lange hier leben, um knappe Ressourcen konkurrieren müssen.« All das lasse sich nur gegen den Willen der Bundesregierung durchsetzen können, »wenn wir genügend Druck von unten aufbauen«, erklärt Bünger.
- Kurzmeldung Deutscher Bundestag 09.02.2026 Inneres — Antwort — hib 97/2026 Politisch motivierte Straftaten gegen Flüchtlinge
Berlin: (hib/STO) Bei politisch motivierten Straftaten gegen Flüchtlinge sind im vierten Quartal vergangenen Jahres laut Bundesregierung 25 Menschen verletzt worden, darunter ein Kind. Wie die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/3974) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (21/3777) ferner darlegt, lagen ihr mit Stand vom 31. Dezember 2025 Erkenntnisse zu 204 politisch motivierten Straftaten gegen Flüchtlinge außerhalb ihrer Unterkunft - darunter 32 Gewaltdelikte - im Zeitraum von Anfang Oktober bis Ende Dezember vergangenen Jahres vor.
Zudem lagen der Bundesregierung den Angaben zufolge Erkenntnisse zu 33 politisch motivierten Straftaten im vierten Quartal 2025 vor, bei denen eine Flüchtlingsunterkunft Tatort oder direktes Angriffsziel war; in neun Fällen handelte es sich dabei um ein Gewaltdelikt. Daneben wurde ihr in diesem Zeitraum laut Vorlage ein Fall im Kontext „Ausländer-/Asylthematik“ mit dem Angriffsziel „Hilfsorganisation“ gemeldet, bei dem es sich nicht um ein Gewaltdelikt handelte.