04.06.2026 Zahlen zur Einbürgerung wurden nach einer Umfrage des Mediendienstes Integration auch vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Die Entwicklung beruht auf der Reform des Staatsangehörigkeitsrecht 2024 durch die damalige Ampelkoalition.
Laut Statistischem Bundesamt haben rund 332.500 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erworben.
Am häufigsten wurden im vergangenen Jahr Menschen aus Syrien eingebürgert, gefolgt von Menschen aus der Türkei, Afghanistan, Iran und Russland.
Am häufigsten ließen sich demnach Menschen aus Syrien einbürgern (65.600), dahinter folgen mit großem Abstand Türkinnen und Türken (34.100) sowie Russinnen und Russen (19.700).
Die Statistiker erklären die anhaltend hohe Zahl an Einbürgerungen von Syrern damit, dass viele der zwischen 2014 und 2016 zugezogenen Schutzsuchenden inzwischen die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 7,9 Jahren. (BR)
Die Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft soll nach dem Willen der AfD und Teilen der CDU/CSU abgeschafft werden.
Vorbehalte formulieren insbesondere Politiker wie der Fraktionsvorsitzende Jens Spahn sowie Alexander Throm, der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion (beide CDU). (KStA)
Berichte dazu, denen die obigen Zitate entnommen sind:
Im vergangenen Jahr sind so viele Menschen in Deutschland eingebürgert worden, wie noch nie. Laut Statistischem Bundesamt haben rund 332.500 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Am häufigsten ließen sich Menschen aus Syrien einbürgern
Im vergangenen Jahr haben so viele Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten wie noch nie. Laut Statistischem Bundesamt haben 2025 haben 332.500 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erworben, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl sei damit im fünften Jahr in Folge gestiegen. Und: "Noch nie seit der Einführung der Statistik im Jahr 2000 waren innerhalb eines Jahres mehr als 300.000 Personen eingebürgert worden", erklärten die Statistiker.
Menschen aus Syrien die größte Gruppe an Neubürgern
Am häufigsten ließen sich demnach Menschen aus Syrien einbürgern (65.600), dahinter folgen mit großem Abstand Türkinnen und Türken (34.100) sowie Russinnen und Russen (19.700). "Bei beiden Staatsangehörigkeiten stieg die Zahl der Einbürgerungen allerdings um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr", hieß es. Die Zahl der eingebürgerten Syrer sank jedoch gegenüber dem Jahr 2024 um 21 Prozent.
Ein besonders starkes Wachstum wurde im Vorjahresvergleich auch bei den Einbürgerungen von bosnischen (plus 126 Prozent auf 8.800), US-amerikanischen (plus 100 Prozent auf 6.600) und albanischen (plus 97 Prozent auf 6.100) Staatsangehörigen verzeichnet.
Die Statistiker erklären die anhaltend hohe Zahl an Einbürgerungen von Syrern damit, dass viele der zwischen 2014 und 2016 zugezogenen Schutzsuchenden inzwischen die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Ihre durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 7,9 Jahren.
Viele nutzen Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft
Der deutliche Anstieg bei türkischen und russischen Staatsangehörigen ist den Angaben zufolge maßgeblich auf die Laut Statistischem Bundesamt haben rund 332.500 Menschen die deutsche Staatsangehörigkeit erworben. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer zum Zeitpunkt der Einbürgerung lag bei Türkinnen und Türken im Schnitt bei 24,1 Jahren, bei Russen bei 14,1 Jahren.
Seit Inkrafttreten der Reform Ende Juni 2024 ist die mehrfache Staatsangehörigkeit generell möglich, während zuvor die Aufgabe der bisherigen Nationalität in der Regel Voraussetzung war. Von dieser Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft haben die meisten Menschen Gebrauch gemacht, die im vergangenen Jahr eingebürgert wurden. Das geht aus den Ergebnissen einer Umfrage des Mediendienstes Integration hervor. Demnach lag der Anteil der eingebürgerten Personen mit Mehrstaatigkeit in den Städten, die entsprechende Daten erhoben haben, zwischen 85 und 98 Prozent.
Die damalige Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte das Staatsangehörigkeitsrecht geändert. Ihre Reform trat Ende Juni 2024 in Kraft. Seither darf, wer Deutscher wird, grundsätzlich auch die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Zudem reichen als Voraussetzung fünf statt bisher acht Jahre rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland. Besonders gut integrierte Ausländer konnten sich bereits nach drei Jahren einbürgern lassen – diese sogenannte Turbo-Einbürgerung hat die schwarz-rote Bundesregierung aber im vergangenen Jahr wieder gekippt.
Zahl der Einbürgerungen in Bayern auch auf Rekordniveau ...
- börsennews / dpa 02.06.2026 Über 80 Prozent der deutschen Neubürger wählen Doppelpass
Von der neuen Möglichkeit der doppelten Staatsbürgerschaft hat der überwiegende Teil der Menschen Gebrauch gemacht, die im vergangenen Jahr Deutsche wurden. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Mediendienstes Integration.
Demnach lag die Quote der Mehrstaatigkeit in den Städten, die hierzu Daten gesammelt haben, zwischen 85 Prozent und 98 Prozent. Die wenigen Neubürger, die keinen Doppelpass wählten, taten dies den Angaben zufolge in den meisten Fällen, weil sie entweder vor der Einbürgerung staatenlos waren oder weil ihr Herkunftsland die Mehrstaatigkeit grundsätzlich nicht oder nur in Ausnahmefällen gestattet. Das gilt etwa für Indien, Äthiopien und Eritrea.
Reform hat Doppelpass für alle neu Eingebürgerten ermöglicht
Die Koalition von SPD, Grünen und FDP hatte eine Reform des Staatsangehörigkeitsrecht beschlossen, die Ende Juni 2024 in Kraft trat. Seither darf, wer Deutscher wird, generell die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Zudem reichen als Voraussetzung für die Einbürgerung fünf statt bisher acht Jahre rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland. Besonders gut integrierte Ausländer konnten sich nach der Reform bereits nach drei Jahren einbürgern lassen - diese sogenannte Turbo-Einbürgerung hat die schwarz-rote Bundesregierung aber im vergangenen Jahr wieder gekippt.
Andrang etwas niedriger als 2024
Insgesamt ging die Zahl der neu gestellten Einbürgerungsanträge laut Mediendienst 2025 zurück - um rund zehn Prozent auf rund 189.000 Anträge. Die meisten Anträge wurden demnach in Berlin gestellt (rund 36.100). Auf Platz zwei unter den Großstädten war den Angaben zufolge München mit etwa 17.800 Einbürgerungsanträgen. In der bayerischen Landeshauptstadt ist nicht nur der Andrang groß, sondern auch der Bearbeitungsstau. Dort lagen laut Mediendienst Anfang Mai mehr als 40.200 Anträge, über die noch entschieden werden muss.
Im vergangenen Jahr dürften es deutlich mehr als 300.000 Einbürgerungen gewesen sein, wie bereits veröffentlichte Zahlen aus einigen Bundesländern und Recherchen der "Welt am Sonntag" nahelegen. Am häufigsten wurden im vergangenen Jahr Menschen aus Syrien eingebürgert, gefolgt von Menschen aus der Türkei, Afghanistan, Iran und Russland.
Seit einer Gesetzesänderung ist der Doppelpass die Regel: Fast alle Eingebürgerten behalten ihre alte Nationalität.
Die Option auf eine zweite Staatsbürgerschaft wird von neu eingebürgerten Personen fast durchgängig genutzt. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung hervor.
Die große Mehrheit der Personen, die im Vorjahr die deutsche Staatsbürgerschaft erhielten, hat sich für den Beibehalt ihrer ursprünglichen Nationalität entschieden. Eine Erhebung des Mediendienstes Integration untermauert dies mit Zahlen. In den Kommunen, die entsprechende Daten lieferten, bewegte sich der Anteil der Mehrstaatler zwischen 85 und 98 Prozent.
Laut der Erhebung entschieden sich nur wenige neue Staatsbürger gegen einen Doppelpass. Die Gründe dafür waren zumeist, dass die Personen zuvor staatenlos waren oder ihr Heimatstaat eine doppelte Staatsangehörigkeit prinzipiell nicht zulässt oder nur selten genehmigt. Als Beispiele hierfür werden Indien, Äthiopien sowie Eritrea genannt.
Gesetzesänderung ermöglicht Doppelpass und verkürzt Wartezeit
Eine von der Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP initiierte Gesetzesänderung zum Staatsangehörigkeitsrecht wurde Ende Juni 2024 wirksam. Seit diesem Zeitpunkt ist es Personen, die die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen, grundsätzlich gestattet, ihre vorherige Nationalität beizubehalten. Diese Möglichkeit bestand vorher lediglich für Bürger der EU, in speziellen Ausnahmesituationen oder falls das Herkunftsland eine Entlassung aus der Staatsbürgerschaft ablehnte.
Die Novelle sieht vor, dass für eine Einbürgerung nun ein rechtmäßiger Aufenthalt von fünf Jahren in Deutschland ausreicht, anstelle der früheren acht Jahre. Die Möglichkeit einer beschleunigten Einbürgerung nach nur drei Jahren für außergewöhnlich gut integrierte Personen, auch als „Turbo-Einbürgerung“ bekannt, wurde jedoch von der schwarz-roten Bundesregierung im letzten Jahr wieder abgeschafft.
Warum die doppelte Staatsbürgerschaft so gefragt ist
Die frühere Regelung, die eine doppelte Staatsbürgerschaft in Deutschland im Allgemeinen ausschloss, schreckte insbesondere Personen von der Annahme der deutschen Nationalität ab, die eine starke emotionale und kulturelle Bindung zu ihrem Herkunftsland verspüren. Zusätzlich sind aber auch handfeste Vorteile relevant, wie unkompliziertere Reisebedingungen, Belange des Erb- und Eigentumsrechts oder die Option, in beiden Ländern einer Beschäftigung nachzugehen.
Kritik von AfD und Teilen der Union
Nach dem Willen der AfD sollte die Mehrstaatigkeit lediglich in gerechtfertigten Ausnahmefällen gestattet werden. Eine skeptische Haltung nimmt auch die Union ein. Vorbehalte formulieren insbesondere Politiker wie der Fraktionsvorsitzende Jens Spahn sowie Alexander Throm, der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion (beide CDU). Als Argumente gegen den Doppelpass werden potenzielle Loyalitätskonflikte und die angenommene Gefahr der Bildung von „Parallelgesellschaften“ genannt.