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02.08.2026

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez sprach von einem "Angriff" auf die territoriale Integrität seines Landes.

Wir brauchen jetzt Bilder, die klar um die Welt gehen, (...) dass die, die jetzt über das Meer nach Ceuta kamen, zurückgeschickt werden. Wenn man das sieht, dann wird diese Entwicklung innerhalb von wenigen Tagen aufhören. Gerald Knaus, Migrations-Experte

Knaus ergänzte, man müsse klarmachen, wer hier sein Leben riskiere - viele seien gestorben - "riskiert es umsonst". Die Botschaft müsse sein: "Es ist sinnlos sei Leben zu riskieren, um irregulär in die EU zu kommen."

Knaus sieht Europa vor zwei miteinander verbundenen Herausforderungen: dem Sterben von Migranten auf dem Weg nach Europa und dem wachsenden politischen Druck auf das Asylsystem. Um weitere Todesfälle an den Außengrenzen zu verhindern, müsse der Anreiz für irreguläre Migration sinken. Zugleich dürfe das Recht auf Asyl nicht aufgegeben werden.

Wir müssen mehrheitsfähige Lösungen finden, die dazu führen, dass weniger Menschen sterben. Gerald Knaus, Migrationsexperte

Dafür seien faire Asylverfahren in sicheren Drittstaaten sowie internationale Abkommen nötig, so Knaus. Nur so ließen sich irreguläre Migration begrenzen, legale Wege für Schutzbedürftige schaffen und die Akzeptanz für das Asylrecht langfristig sichern.

  • ZDF heute 01.08.2026 "Das darf Europa nicht passieren", so EVP-Chef Weber zu den Vorfällen in Ceuta. Die spanische Regierung müsse jetzt handeln und dafür sorgen, dass so etwas nicht wieder passiert.  

Weber im heute journal darauf angesprochen. "Das ist das, was jetzt die Schockwelle durch Europa geführt hat, und das darf Europa nicht passieren."

Und da waren leider die letzten 48 Stunden keine guten Stunden für die Funktionsfähigkeit dieser Außengrenze.  Manfred Weber

... [Neben der Schuldzuweisung an Marokko] Weber sieht auch eine Verantwortung bei Spanien für den großen Andrang von Migranten auf Ceuta: "Der zweite Grund [Neben der Schuldzuweisung an Marokko] war, dass die linke spanische Regierung auch einen Pull-Faktor angelegt hat." Die spanische Regierung hatte zuletzt Hunderttausenden Menschen, die illegal im Land waren, den Zugang zu Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis erleichtert - allerdings nicht zur Staatsbürgerschaft, wie Weber im Gespräch im heute journal behauptete.

Nach den jüngsten Migrantenanstürmen fordert der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber (54, CSU), beharrliches Eingreifen, bis hin zum Einsatz der europäischen Grenzschutzagentur Frontex. Für den CSU-Politiker ist die Lage „inakzeptabel“, sagte er zu BILD. „Spanien muss umgehend für Ordnung sorgen.“

Webers klare Ansage: „Europa ist nicht erpressbar.“ Sollte die Regierung von Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez (54) die Lage nicht unter Kontrolle bekommen, müsse Frontex „vor Ort das Kommando übernehmen“. Es müsse auch klar sein, dass die ankommenden Migranten umgehend zurückgeführt werden. Das neue Asyl-Schnellverfahren sei hier anzuwenden.

lägen „alle Reaktionsmöglichkeiten auf dem Tisch“. Auch EU-Innenkommissar Magnus Brunner (54) hatte die Bereitschaft der EU zum Ausdruck gebracht, Spanien „unter anderem über Frontex“ verstärkt zu unterstützen.

Was würde ein Frontex-Einsatz bedeuten?

Genau hier liegt die Brisanz von Webers Vorstoß: Frontex ist keine europäische Grenzpolizei, die einfach in einem Land das Kommando übernehmen kann. Die Agentur wird von EU-Staaten gerufen und unterstützt sie – mit Grenzbeamten, Schiffen, Drohnen und Technik. Die Kontrolle über die eigene Grenze bleibt aber bei Spanien. Ein Frontex-„Übernehmen“ gegen den Willen Madrids wäre deshalb ein massiver Eingriff in die Souveränität eines EU-Mitgliedstaates.

Die meisten der in die Exklave Ceuta eingedrungenen Migranten sind offenbar bereits zurückgekehrt. Doch auf EU-Ebene haben die Bilder große Sorgen ausgelöst - und eine neue Debatte über Grenzschutz.

Inzwischen sind nach Angaben Spaniens nahezu alle der mindestens 50.000 irregulär eingereisten Menschen nach Marokko zurückgekehrt. Wegen der kaum vorhandenen Aussichten auf eine Weiterreise sowie fehlender Versorgung hätten die Menschen enttäuscht und freiwillig die Rückreise angetreten, berichtete die Zeitung El País.

Der spanische Regierungschef Pedro Sánchez forderte zudem eine EU-Sondersitzung auf Ministerebene. In einem Brief an die Spitzen der europäischen Institutionen verurteilte er die "Haltung" einiger Mitgliedstaaten, die durch "Vorurteile, Falschinformationen, Unwissenheit oder politische Interessen" motiviert sei.

 

  • Spiegel 01.08.2026 Haben politische Entscheidungen in Spanien eine Mitschuld an der Krise in Ceuta? Ein Brief mehrerer europäischer Staats- und Regierungschefs legt nahe, dass die Unterzeichner das so sehen. Unter ihnen ist auch Kanzler Merz.

...Die Unterzeichner mahnen in dem Schreiben an, man müsse sich mit politischen Maßnahmen auseinandersetzen, die Anreize für Migration geben könnten – und nennen ausdrücklich die »Legalisierung einer sehr großen Zahl irregulärer Migranten« in Spanien. ... »Wir können nicht zulassen, dass unkontrollierte Massenübertritte, die Instrumentalisierung von Migration oder andere hybride Bedrohungen den Eindruck entstehen lassen, dass eine illegale Einreise in die Europäische Union möglich ist«

  • Zeit  »Wir dürfen nicht zulassen, dass unkontrollierte Massenübertritte, die Instrumentalisierung von Migration oder andere hybride Bedrohungen den Eindruck erwecken, eine illegale Einreise in die Europäische Union sei möglich – und dass aus der illegalen Einreise eines Migranten ein legaler Aufenthalt werden könne.«

Die spanische Regierung bezeichnete Drohungen anderer Länder mit einem Ausschluss Spaniens aus dem Schengenraum als »demagogisch«. Juristen zufolge ist eine solche Maßnahme nach geltendem EU-Recht nicht möglich. Für Ceuta gilt die Freizügigkeit des sonstigen Schengenraums nicht.

  • n-tv 01.08.2026 Gräben in der MigrationspolitikWegen Ceuta kritisieren 22 EU-Länder Spanien - das wehrt sich In einem Brief an Irlands Regierungschef Micheál Martin beklagte Sánchez, dass einige "von Vorurteilen, Falschmeldungen, Unwissenheit oder politischen Interessen" getrieben seien. Er erinnerte daran, dass Ceuta nicht zum Schengen-Raum gehört. Das bedeute, dass sie von dort nicht einfach in andere EU-Länder weiterreisen können. Einen identischen Brief habe auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen von Sánchez erhalten

Junge Männer, unbegleitete Minderjährige, aber auch ganze Familien mit kleinen Kindern waren in den letzten Tagen zu Tausenden von marokkanischem Territorium in die spanische Exklave Ceuta geschwommen. In der 83 000-Einwohner-Stadt sorgte die Ankunft der nach Angaben der Zentralregierung in Madrid 50 000 Menschen innerhalb weniger Tage für einen Ausnahmezustand. Zugleich löste der Massenaufbruch auf EU-Territorium, das gleichwohl nicht Teil des sogenannten Schengen-Raums mit freiem Grenzverkehr ist, eine Welle von Alarmismus in der EU aus. Von Seiten der Vertreter*innen mehrerer Mitgliedstaaten ergingen Ermahnungen an Spanien, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Von einer die neuen »Migrationskrise« war die Rede.

Bundeskanzler Friedrich Merz forderte die spanische Regierung auf, die Situation »schnellstmöglich wieder in den Griff« zu bekommen. »Der Schutz der Außengrenzen der Europäischen Union ist entscheidend für die Bekämpfung illegaler Migration«, betonte der CDU-Politiker.

»Wer jetzt mit der Forderung reagiert, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen, wie es sogar aus sozialdemokratischen Regierungen zu hören ist, geht Marokkos Erpressung auf den Leim und macht sich zum Steigbügelhalter der Rechten in Europa.«  Clara Bünger Die Linke im Bundestag

Zuvor hatte Bünger erklärt, dass Menschen »vor Krieg, Armut und Klimakrise« fliehen. »Höhere Mauern halten sie nicht auf, sie machen die Flucht nur tödlicher. Jetzt zählt zuerst, dass niemand mehr stirbt.« Die Menschen müssten medizinisch, mit Wasser und einem sicheren Ort versorgt werden.

Derweil gab es auch in Melilla, der anderen nordafrikanischen Exklave Spaniens, einige Hundert versuchte Grenzübertritte. In der knapp 400 Kilometer östlich von Ceuta gelegenen Stadt kontrollierten in der Nacht zahlreiche Streifenwagen der Guardia Civil die Grenze zu Marokko. Am Abend war es dort zu Auseinandersetzungen mit Beamten gekommen. Mehrere Menschen hätten Steine auf die Sicherheitskräfte geschleudert, während diese Tränengas eingesetzt hätten. Ähnliche Szenen sollen sich auch in Fnideq, dem Startpunkt der Schwimmer*innen nach Ceuta, abgespielt haben.

  • Deutschlandfunk Der CSU-Europapolitiker Weber forderte als Reaktion mehr Befugnisse für die EU-Grenzschutzagentur Frontex. Im Sender RTL hielt er dem sozialistischen Regierungschef Spaniens, Sánchez, vor, einen unkontrollierten Zustand in Ceuta zugelassen zu haben.

 

E twa 60.000 Menschen umschwimmen den Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta, mindestens 57 sterben dabei. Zwei Fragen bleiben danach: Wie verzweifelt muss man sein, um sich auf dieses Unterfangen einzulassen? Und: Wie inhuman sind diejenigen, die eben diese Verzweiflung für Machtinteressen ausnutzen?

Sánchez – Vorsitzender der Sozialistischen Internationalen – ist für viele ein Politiker, dessen es sich zu entledigen gilt.

 

Die marokkanische Menschenrechtsorganisation AMDH dringt nach dem Ankommen Zehntausender Migranten in der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika auf eine Untersuchung zum Auslöser des Geschehens. Eine „seriöse und unabhängige Untersuchung“ sei nötig, um „vollständige Klarheit über die Umstände und Ursachen“ zu gewinnen, erklärte die Nichtregierungsorganisation (NGO) am Samstag. Auch müssten „Verantwortlichkeiten“ festgestellt werden.

Die AMDH spricht von „fast 130 Opfern“ und Dutzenden Vermissten im Zuge der Geschehnisse in der an Marokko grenzenden spanischen Exklave.

Klingbeil Zudem verwies der SPD-Chef darauf, dass viele Kritiker Spaniens bewusst ignorierten, „dass von Ceuta aus keine Einreise ohne Grenzkontrollen auf das europäische Festland möglich ist“.