19.10.2026 Aus Aktuell des FRNRW:
Wie viele Kinder und Jugendliche migrieren weltweit und welche Formen der Flucht- und Arbeitsmigration betreffen Minderjährige? Ein aktuelles Dossier der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bietet umfassende Daten und Grafiken zum globalen Migrationsgeschehen, zu minderjährigen Geflüchteten sowie zur Situation in Deutschland.
Das Dossier haben wir hier für Sie verlinkt.
- bpb 30.09.2026 Zahlenwerk: Kinder- und Jugendmigration in Daten
von Vera Hanewinkel und Christina Mecke
Wie viele Kinder und Jugendliche migrieren? Ein Überblick – nicht nur über das globale Migrationsgeschehen.
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- Kinder- und Jugendmigration – weltweit
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- Kinder- und Jugendmigration – Deutschland
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Kinder- und Jugendmigration – Deutschland
hier ohne Grafiken
Auch in Deutschland zeigt sich: Unter Geflüchteten gibt es überproportional viele junge Menschen. So stammten rund 45 Prozent aller Asylerstanträge, die im Laufe des Jahres 2025 beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gestellt wurden, von Minderjährigen (50.866 von insgesamt 113.236 registrierten Asylerstanträgen). 9,3 Prozent der 2024 gestellten Asylerstanträge entfielen auf Kinder unter einem Jahr, die in Deutschland geboren wurden. Fast drei Viertel aller männlichen und weiblichen Asylantragstellenden 72,6 Prozent) waren 2025 jünger als 30 Jahre.
Insgesamt hielten sich Ende 2025 rund 852.000 minderjährige Schutzsuchende in der Bundesrepublik Deutschland auf. Viele von ihnen sind zusammen mit erwachsenen Familienangehörigen oder über den Familiennachzug ins Land gekommen. Von den minderjährigen Asylantragstellenden in 2025 waren 4.926 unbegleitet. Die meisten von ihnen waren Jungen (88 Prozent) und kamen aus Syrien, gefolgt von Afghanistan und Link: Somalia. Nicht alle unbegleiteten Minderjährigen stellen jedoch einen Asylantrag. Ende 2024 befanden sich rund 42.900 unbegleitete Minderjährige und junge Volljährige in der Zuständigkeit der Jugendhilfe. Allein im Jahr 2024 wurden 16.777 Minderjährige von der Jugendhilfe vorläufig in Obhut genommen.
Laut Mikrozensus lebten in Deutschland 2025 1,6 Millionen Kinder und Jugendliche, die in einem anderen Land geboren worden waren. Rund die Hälfte von ihnen (804.000) gab als Hauptmotiv für die Zuwanderung die Zusammenführung mit bereits in Deutschland lebenden Familienmitgliedern an. Weitere 540.000 von ihnen waren auf der Suche nach Schutz nach Deutschland gekommen.
2025 bis Mitte 2026 wurden 54.882 Visa für den Nachzug von Kindern unter 18 zu einem deutschen oder ausländischen Elternteil erteilt – 42,8 Prozent aller für den Nachzug von Familienangehörigen ausgestellten Einreisgenehmigungen. Von allen 16,4 Millionen eingewanderten Menschen, die 2025 in Deutschland lebten, waren rund 5,2 Millionen als Minderjährige nach Deutschland gekommen.
2025 hatten knapp 21,8 Millionen der insgesamt 82,7 Millionen Menschen umfassenden Bevölkerung Deutschlands eine Einwanderungsgeschichte und damit mehr als jede vierte in Deutschland lebende Person – darunter etwas mehr als vier Millionen Minderjährige. Zur Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte werden alle Menschen gezählt, die nach Deutschland eingewandert sind oder die zwei Elternteile haben, auf die dies zutrifft. Gut 1,6 Millionen Kinder und Jugendliche sind selbst eingewandert, 2,5 Millionen haben zwei eingewanderte Elternteile. Unter jungen Menschen ist der Anteil der Personen mit Einwanderungsgeschichte besonders hoch: In der Bevölkerung der bis 17-Jährigen hatten 2025 28,5 Prozent eine Einwanderungsgeschichte.
Die junge Migrationsbevölkerung ist heterogen, ihre Lebenslagen und -erfahrungen sind sehr unterschiedlich. Das zeigt sich zum Beispiel im Schul- und Ausbildungssystem, das für die gesellschaftliche Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund eine wichtige Rolle spielt. Trotz zahlreicher Bemühungen, mehr Chancengleichheit für Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher (sozialer) Herkunft zu schaffen, hängt der Bildungserfolg in Deutschland immer noch stark vom Elternhaus ab. Insbesondere geflüchtete Kinder bekommen häufig erst viele Monate nach ihrer Einreise Zugang zum Schulsystem. Dies soll sich durch das neue Gemeinsame Europäische Asylsystem, das seit dem 12. Juni 2026 in Kraft ist, ändern. Gemäß der neuen Aufnahmerichtlinie haben alle Kinder in Erstaufnahmeeinrichtungen – um das Mindestmaß gleicher Teilhabechancen für alle sicherzustellen – das Recht, innerhalb von drei Monaten nach Einreise eine reguläre Schule zu besuchen.
Die Bevölkerung mit Einwanderungsgeschichte verteilt sich ungleich über das Bundesgebiet. In Westdeutschland (einschließlich Berlin) haben 30,7 Prozent aller Minderjährigen eine Einwanderungsgeschichte, in Ostdeutschland 14,7 Prozent.